Verbundprojekt "Ent-/Fesselung der Sprache"

Verbundprojekt „Ent-/Fesselung der Sprache. Sprachnormierungsdiskurse im Vergleich“

 

 

In dem interdisziplinären Verbundprojekt „Ent-/Fesselung der Sprache. Sprachnormierungsdiskurse im Vergleich“ arbeiten Vertreter*innen der Anglistik, Germanistik, Romanistik, Skandinavistik, Latinistik und Gräzistik zusammen, die zugleich Mitglieder des Kieler Forschungszentrums „Arealität und Sozialität in der Sprache“ sind. In dem Projekt wird der Frage nachgegangen, wie sprachliche Normen in der Öffentlichkeit diskutiert und ausgehandelt werden. Hierbei soll untersucht werden, wie sich sachbezogene Argumentation, ideologische Vorannahmen und außersprachliche (z.B. politische) Interessen miteinander verschränken, ob Sprachdiskurse zu verschiedenen Themen auf unterschiedliche Weise geführt werden und ob es signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachkulturen gibt. Hierzu werden verschiedenste Textsorten und Medien, vor allem im Internet (z.B. Websites, Blogs, Tweets, Foren, Podcasts, Videos, soziale Netzwerke u.a.), in Hinblick auf ausgewählte Sprachdiskurse ausgewertet.

 

Ein Alleinstellungsmerkmal des Kieler Projekts liegt darin, dass verschiedene Sprachnormierungsdiskurse über mehrere Sprachkulturen hinweg miteinander verglichen werden. Das Textkorpus wird im Projekt kollektiv erarbeitet und anhand einer gemeinsam festgelegten und einheitlichen Untersuchungsmethodik analysiert. Die Zusammenarbeit erfolgt in interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppen. Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass der Fokus nicht auf Bewertung von Varietäten (wie Dialekten, Ethnolekten oder „Jugendsprache“) gerichtet wird, sondern vielmehr auf die Diskurse über konkrete Sprachmerkmale.

 

In der ersten Projektphase stehen zunächst drei Diskursbereiche im Mittelpunkt:

1) Sprachkontakt: Diskurs über Gräko-Latinismen (Leitung: Thorsten Burkard, Katharina Wesselmann),

2) Arealität: Diskurs über regionale Varianten und Plurizentrismus (Leitung: Michael Elmentaler, Steffen Höder),

3) Grammatik: Diskurs über grammatische Normen und Zweifelsfälle (Leitung: Lieselotte Anderwald, Elmar Eggert)

 

In späteren Projektphasen sollen weitere Diskursbereiche und/oder weitere Sprachkulturen einbezogen werden. Die empirischen Projektarbeiten werden von sechs Wissenschaftlichen Hilfskräften durchgeführt. Darüber hinaus werden weitere Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fächern an den Projektarbeiten mitwirken.

 

Die Transkription, metasprachliche Codierung, Annotation und weitere Untersuchung erfolgt mithilfe der Datenanalysesoftware MAXQDA.