Eddi Steinfeldt-Mehrtens

Promotionsstipendiat_in

Leibnizstraße 3, R. 226
Telefon: +49 431 880-6536
E.Mehrtens@collegiumphilosophicum.uni-kiel.de

Lebenslauf

seit 04/2016: Promotionsstipendiat_in im Verbundprojekt 'Intersektionalität interdisziplinär‘ am Collegium Philosophicum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

seit 04/2016: Lehrauftrag am Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

04/2015 - 03/2016: Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Sozialwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

11/2014 - 12/2015: Projektmitarbeiter_in im Rahmen des  Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

01/2012 - 03/2015: Wissenschaftliche/Studentische Hilfskraft am Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

04/2013 - 03/2015: MA-Studium International vergleichende Soziologie und Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

10/2009 - 03/2013:  BA-Studium Soziologie und Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Promotionsvorhaben

Subjektivierung durch Hate Speech: Eine intersektionale Analyse 

betreut durch Frau Prof. Dr. Uta Klein (Professorin für Soziologie, Gender und Diversity, Institut für Sozialwissenschaften)

Der Begriff Hate Speech stammt aus US-amerikanischen Debatten und wird häufig mit „Hassreden“ oder „verletzende/gewaltvolle Rede“ ins Deutsche übersetzt. Manchmal wird der Begriff Hate Speech auch mit „Volksverhetzung“ übersetzt. Die physische Verletzung, die gewaltvolle Rede hervorrufen kann, wird nicht durch körperliche, sondern durch sprachliche Gewalt ausgeführt. In meinem Dissertationsprojekt möchte ich der Fragestellung nachgehen, welche Kategorisierungen in gewaltvoller Rede als relevant gesetzt werden und wie diese verwoben sind. Wie schreiben sich einerseits (körperliche) Verletzungen durch Hate Speech in die betroffenen Subjekte ein und wie eignen sich möglicherweise andererseits Subjekte einzelne Hate Speech-Aussagen an und erhalten sich durch Umdeutungen einen (widerständigen) Handlungsspielraum? 

Im Kern befasst sich die Hate Speech-Problematik mit dem Widerspruch zwischen dem garantierten Recht auf Redefreiheit und dem Schutz vor (verbaler) Diskriminierung von Minderheiten. Diese pro/contra-Debatte um ein staatliches Verbot von verletzenden Reden findet sich auch in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Phänomen Hate Speech wieder, die stark rechtswissenschaftlich dominiert ist. Um aus einer konstruktivistischen und intersektionalen Perspektive Hate Speech in der Praxis soziologisch untersuchen zu können, ohne den Aspekt der diskursiven Macht von Sprache zu vernachlässigen,  fasse ich Hassreden als Subjektivierungspraxis auf und greife dafür im Wesentlichen auf Judith Butler zurück. In produktiver Auseinandersetzung mit Jacques Derrida und John L. Austin knüpft Butler an  Überlegungen Michel Foucaults an und entwickelt eine eigene Subjektivierungstheorie mit einem Fokus auf Performativität.

Butlers Subjektivierungstheorie dient in meinem Forschungsvorhaben als verbindendes Element zwischen Struktur und Praxis. Zunächst werden Hate Mails und anderes empirisches Material diskursanalytisch auf die Anrufung durch die Struktur hin untersucht, wobei mein Fokus auf der Verwobenheit einzelner Kategorisierungen liegt. Anschließend werden mit Betroffenen leitfadengestützte Interviews geführt, in denen deren Umgang mit Hate Speeches erforscht wird. Der Methodenmix und Butlers Subjektivierungstheorie sollen die Beantwortung der Frage ermöglichen, ob die Hate Speech-Betroffenen via Anrufung in einer Subjektposition festgeschrieben werden oder ob sie sich möglichweise durch widerständige Aneignungspraktiken einen Handlungsspielraum erhalten/schaffen können.   

Vorträge und Publikationen


 
  • Rezension zu Conrad Krannich 2016: Geschlecht als Gabe und Aufgabe. Intersexualität aus theologischer Perspektive. In: Das Argument 03/2016.
  • (gemeinsam mit Janina Sombetzki) Rezension zu Rosi Braidotti 2014: Posthumanismus. Leben jenseits des Menschen. In: Feministische Studien 01/2016.
  • Kapitalismus und Heteronormativität. Eine notwendige Verbindung? In: QUER 22/2016.