Projektkolleg 'Intersektionalität interdisziplinär'

Zwischen 2016 und 2020 befasste sich das Projektkolleg ‚Intersektionalität interdisziplinär‘ mit dem gleichzeitigen Zusammenwirken mehrerer Ungleichheitskategorien wie Geschlecht, Race/Ethnizität, und Klasse/sozialer Status. Im fächerübergreifenden Dialog widmeten sich die beteiligten Forscherinnen und Forscher unter der Leitung von Prof. Gabriele Lingelbach und von Prof. Andreas Bihrer der Analyse komplexer Kategorisierungsprozesse sowie deren Repräsentation und den damit verbundenen sozialen Folgen. Historisch und aktuell wirkmächtige Mechanismen gesellschaftlicher Hierarchisierungen konnten letztlich aus der Perspektive des Intersektionalitätsansatzes hinterfragt und neu interpretiert werden.

 

 

Dank der Förderung durch die Philosophische Fakultät der CAU Kiel wurde drei Promotionsstipendiaten ermöglicht, ihre innovativen Forschungsvorhaben zu intersektionalen Phänomenen zu verfolgen:

 

Jöran Balks: Intersektionale Zuordnungsprobleme in Artusromanen um 1200. Ältere Deutsche Literatur, Betreuung durch Prof. Timo Felber und Prof. Julia Weitbrecht

 

Nils Kühne: 'Drückeberger' oder 'Held des Alltags'? Zivildienstleistende in Pflegeheimen in der Bundesrepublik Deutschland. Mittlere und Neueste Geschichte, Betreuung durch Prof. Gabriele Lingelbach

 

Christian Schmidt: Exercises in Manliness – Travel Writing, Gender, and Western Encounters with Indigenous People(s) in the Canadian North (1890-1945). Nordamerikastudien, Betreuung durch Prof. Jutta Zimmermann.

 

 

An der größeren, interdisziplinären Diskussionsplattform des Projektkollegs waren folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Philosophischen Fakultät maßgeblich beteiligt:

 

Prof. Gabriele Lingelbach, Professur für Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts (Sprecherin)

 

Prof. Andreas Bihrer, Professur für Geschichte des frühen und hohen Mittelalters sowie für Historische Grundwissenschaften (Co-Sprecher)

 

Dr. Sebastian Schlund, Professur für Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts (Wissenschaftlicher Koordinator)

 

Prof. Timo Felber, Ältere Deutsche Literatur

 

Prof. Silke Göttsch-Elten, Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde (i.R.)

 

Prof. Uta Klein (†), Professur für Soziologie, Gender und Diversity

 

Prof. Susan Richter, Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit

 

Prof. Julia Weitbrecht, Ältere Deutsche Literatur (mittlerweile Abteilung für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln)

 

JProf. Dr. Stephanie Zehnle, Juniorprofessur für Außereuropäische Geschichte

 

Prof. Jutta Zimmermann, Fachbereich Nordamerikastudien

 

Tagungen

Mediävistik intersektional. Forschungsansätze und -konzepte in interdisziplinärer Annäherung. Gemeinsame Nachwuchstagung der Professur für Geschichte des frühen und hohen Mittelalters sowie für Historische Grundwissenschaften (Prof. Andreas Bihrer) und der Professur für Ältere Deutsche Literatur (Prof. Timo Felber), veranstaltet von Maline Kotetzki (Stipendiatin des Collegium Philosophicum) und Rike Szill (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der CAU Kiel).  23. - 24. Januar 2020 (IBZ Kiel)

Die Stipendiat_innen des Promotionskollegs stellten den Stand ihrer Dissertationsstudien bei einem Workshop an der CAU Kiel am 2./3. Februar 2018 vor. Für die gemeinsame Diskussion der Forschungsprojekte sowie des aktuellen Stands der Intersektionalitätsforschung konnten zudem Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani (Humboldt-Universität zu Berlin) und Dr. Beatrice Michaelis (Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock) gewonnen werden.

Am 05.07.2017 fand der sechste Forschungstag des Collegium Philosophicum zum Thema "Ungleichheiten" statt. Die Stipendat_innen des Intersektionalitätskollegs präsentierten ihre Forschungsprojekte im Rahmen der Posterausstellung im Foyer des Audimax. Sebastian Schlund hielt einen Vortrag mit dem Titel "Von Kategorien und Kreuzungen: Der Intersektionalitätsansatz in der Ungleichheitsforschung".