Forschungstag

Verstehen, bewahren und anwenden – der Forschungstag der Philosophischen Fakultät der CAU zu Kiel


Programm des Forschungstags 2011

 

Lesen Germanisten und Germanistinnen den ganzen Tag über nur Goethe und korrigieren Diktate? Ist Geschichte nur Auswendiglernen von Daten? Lernt man in der Anglistik einfach nur Englisch oder hat das Fach noch mehr zu bieten? Sind nicht alle lateinischen Texte längst schon übersetzt? Und überhaupt: Was ‚(er)forschen‘ eigentlich die Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler?

 

Um solche und ähnliche Fragen zu beantworten, veranstaltet die Philosophische Fakultät der CAU zu Kiel am 26. 10. 2011 im Audimax (Westring) zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Forschungstag. An diesem Tag möchte die Fakultät ihre Lehre und ihre Forschung sowohl den Kollegen und Kolleginnen aus anderen Fakultäten als auch einem breiteren Publikum präsentieren, um so einen Eindruck von der täglichen Arbeit der Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler zu vermitteln – es handelt sich also um einen Tag der Offenen Tür, der allen Interessierten Gelegenheit geben soll, einen Blick hinter die Kulissen der einzelnen Fächer und der Forschungsverbünde der Philosophischen Fakultät zu werfen. Organisiert wird der Forschungstag vom Collegium Philosophicum, dem geisteswissenschaftlichen Zentrum der Philosophischen Fakultät, dessen Leitung in den Händen der Forschungsdekanin Frau Prof. Dr. Pistor-Hatam (Islamwissenschaft) liegt.

 

Erfreulicherweise sind fast alle Fächer der Philosophischen Fakultät vertreten, die Literatur- und Sprachwissenschaften (Allgemeine Sprachwissenschaft, Altgriechisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Latein, die Nordischen Sprachen, die Romanischen Sprachen, die Slavischen Sprachen), Geschichte, Islamwissenschaft, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Politikwissenschaft, Klassische Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte. So ist bereits dieser erste Forschungstag ein Abbild der Vielfalt in der Philosophischen Fakultät.

 

Alle diese Fächer werden verschiedene, auf das Publikum abgestimmte Präsentationsformen nutzen, um sich den interessierten ‚Laien‘ in angemessener Form vorzustellen – Fachchinesisch und esoterische Themen sind dabei ebenso tabu wie triviale Popularisierungen. Zum einen widmen sich etwa 20 Vorträge Themenfeldern von (hoffentlich) allgemeinem Interesse wie etwa dem Terrorismus, der Französischen Revolution, der iranischen Identität, der Vielfalt der deutschen Dialekte oder dem Nutzen und der Attraktivität des Lateinischen. Im Anschluss an jeden Vortrag wird die Gelegenheit geboten, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Den Höhepunkt dieses Programmteils wird am späten Nachmittag die Vorstellung der Johannes-Brahms-Ausgabe mit einer Live-Aufführung darstellen, die das Musikwissenschaftliche Institut organisiert.

 

Flankierend zu den Vorträgen gibt es im Foyer des Audimax ständige Präsentationen in Form von Plakatwänden und durchlaufenden Powerpointpräsentationen, die visuell (aber auch akustisch) über die Inhalte der einzelnen Fächer informieren sollen. Wer schon immer etwas über Terrorismus, Anglizismen im Deutschen, die Verteilung der Dialekte in (Nord-)Deutschland oder Mittelalterarchäologie in Schleswig-Holstein aus der Sicht von Experten wissen wollte, wird hier bestens versorgt – zumal die Präsentationen von Dozenten und Dozentinnen betreut werden, die gerne Frage und Antwort stehen. Zusätzlich kann man an den Ständen der einzelnen Fächer Informationsmaterial erhalten.

 

Schließlich sollen die Besucher und Besucherinnen des Forschungstages zu eigenen Aktivitäten (ver)führt werden, beispielsweise bei einem Dialektratespiel oder bei einer Officina (Workshop) zum Latine loqui (Latein sprechen).

 

Die Fächer der Philosophischen Fakultät würden sich über einen regen Andrang freuen, um ihre Forschung und ihre jeweiligen Profile einem möglichst großen Publikum vorstellen zu können. Am Ende eines langen Tages könnte vielleicht auch die Erkenntnis stehen, dass die Aufgaben der geisteswissenschaftlichen Fächer sowohl vielfältig als auch spannend und bedeutsam sein können: Sie versuchen die Tradition(en) nicht nur zu verstehen und zu bewahren, sondern auch zu vermitteln und nutzbar zu machen.

 

Prof. Dr. Thorsten Burkard

Institut für Klassische Altertumskunde