Geförderte Einzelprojekte

Das Collegium Philosophicum fördert folgende Einzelprojekte durch die Bereitstellung von Hilfskraftmitteln.

 

Prof. Dr. Oliver Auge Historisches Seminar, Regionalgeschichte

Kiel und die Marine: 150 Jahre gemeinsame Geschichte

Nach der Verlegung der Marinestation des Deutschen Bundes 1865 von Danzig nach Kiel war Kiel einer der wichtigsten Militärhäfen Deutschlands. Allerdings gibt es bisher kaum umfassende Untersuchungen zum Verhältnis von Stadt und Marine, so dass im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2015 eine Tagung sowie mehrere Publikationen vorbereitet werden sollen, um diese Lücke zu schließen. Es soll dabei auch die wissenschaftliche Grundlage für das Jubiläumsjahr 2018 gelegt werden, in dem der 100. Wiederkehr des Kieler Matrosenaufstandes gedacht wird. Zu diesem Zweck erarbeitet Julian Freche, M.A., zurzeit eine Bibliographie zu den Themengebieten Marine in Kiel und stellt eine Übersicht über Archivalien und Findmittel zusammen, die in verschiedenen Archiven vorhanden sind (vor allem im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg). Dabei arbeitet die Universität eng mit der Stadt Kiel, dem Stadt- und Schifffahrtsmuseum sowie dem Stadtarchiv zusammen, um die bereits vorhandenen Kenntnisse optimal bündeln zu können. Ziel des Projektes ist es, eine Anschlussfinanzierung zu erhalten um das Jubiläum 150 Jahre Marine in Kiel und 100 Jahre Kieler Matrosenaufstand adäquat wissenschaftlich begleiten zu können.


Die Fürstinnen des Landes zwischen Macht und Schicksal

Das Projekt widmet sich den Fürstinnen Schleswig und Holsteins, deren politische, kulturelle sowie dynastische Rolle in den bisherigen Darstellungen zur Landesgeschichte kaum Aufmerksamkeit fand. Mittels umfangreicher Recherchen in regionalen wie auch überregionalen Museen, Bibliotheken und Archiven und der systematischen Durchsicht von Literatur- und Quellenmaterial werden vielfältige Informationen zu den Landesherrscherinnen im Zeitraum von 1550 bis 1800 gewonnen, die nach neuesten wissenschaftlichen Kriterien erfasst und ausgewertet werden. Anhand der konkreten Lebensumstände wie Herkunft und Alltag, den umfangreichen Beziehungs- und Kommunikationsnetzwerken sowie den unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten werden exemplarisch das Selbst- und Rollenverständnis der Fürstinnen im höfischen Raum und deren Agieren in der kulturellen wie auch politischen Praxis analysiert. Die Ergebnisse zeigen die mögliche Bedeutsamkeit bzw. Einflussnahme weiblicher Patronage für die regionale Sozial- und Kulturgeschichte auf und lassen Rückschlüsse auf Persönlichkeiten zu, deren Darstellung erstmalig im Rahmen des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und ein differenziertes Bildnis der Fürstinnen des Landes ermöglicht.

 

Prof. Dr. Andreas Bihrer, Historisches Seminar, Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften

Hagiographik als Heroisierung. Transformationen und Synkretismen im europäischen Frühmittelalter

Das Projekt untersucht Verschränkungen der Semantik und Darstellungsformen von Heiligen und Helden anhand hagiographischer Texte des Frühmittelalters. Im Unterschied zu bisherigen Forschungsansätzen geht das Vorhaben nicht von einem Gegensatz von paganer und christlicher oder auch laikaler und klerikaler Sphäre aus, also nicht von einem Dualismus einer volkssprachig-oralen Adelskultur und lateinisch-schriftlichen Klerikerkultur mit ihren jeweiligen Leitbildern, dem Helden und dem Heiligen.

Im Frühmittelalter und insbesondere im 10. und 11. Jahrhundert war – so die Ausgangsthese – kein Ausgleich dieser von der aktuellen Forschung als gegensätzlich verstandenen Kulturen notwendig, sondern die beiden Konzepte ,Held‘ und ‚Heiliger‘ waren untrennbar miteinander verwoben. Akzentuierungen in eine der beiden Richtungen blieben zwar möglich, jedoch wurden sie von klerikalen Verfassern innerhalb der lateinischen Schriftkultur vorgenommen, die sich dabei an den Regeln der zeitgenössischen hagiographischen Diskursformationen orientierten. Durch ihre narrativen und performativen Strategien bei der Nutzung der Modelle ,Held‘ und ,Heiliger‘ verfolgten sie spezifische Intentionen, wobei sie sich darauf konzentrierten, besondere Wirkungen zu erzielen und die Anziehungskraft des Heiligenkults zu stärken, nicht aber darauf, vermeintliche Defizite auszugleichen, zwischen zwei getrennt gedachten Kulturen zu vermitteln oder sich einer bestimmten laikalen Rezipientengruppe anzudienen.

Damit kommt in diesem Teilprojekt der Analyse der Medialisierung, des Re-Writing, der poetologischen Techniken und Strategien sowie der narrativen, visuellen und performativen Konstruktionen eine zentrale Position zu. Auf diese Weise sollen die Spielformen und Modi der Zuschreibungen und der Um-Schreibungen von Heiligkeit und Heldentum zwischen 800 und 1150 herausgearbeitet werden.

Außerdem werden die Transfers der Konzepte und die produktive Aneignung der weitergegebenen Modelle in neuen Kontexten insbesondere in der Transformationsphase des 10. und 11. Jh. in Zentraleuropa untersucht, denn erst durch die Analyse der Austauschprozesse lässt sich die Genese der Konzepte angemessen erklären. Dies hatte eine nachhaltige Wirkung auf die europäische Kultur, denn zumindest bis zur Säkularisierung war keine heldische Konstruktion ohne Rückgriff auf diese Modelle denkbar.

Heroisierungen sollen in erster Linie in der lateinischen Biographik und Hagiographik analysiert werden, also in Viten, Translationsberichte, Mirakelerzählungen und Biographien. Die Untersuchung soll in einem komparatistischen und beziehungsgeschichtlichen Analyserahmen eingebettet werden, indem die hagiographische Produktion Skandinaviens mit derjenigen Frankreichs, Englands und des ostfränkisch-deutschen Reichs miteinander in Beziehung gesetzt wird.

 

Prof. Dr. Thorsten Burkard Institut für Klassische Altertumskunde, Latinistik:

Kommentar zum dritten Buch von Ovids Amores

Bei dem römischen Dichter Ovid (43 v. Chr. – 17/18 n. Chr.) handelt es sich um den bedeutendsten Vertreter der zweiten Generation der augusteischen Klassik, der sowohl hinsichtlich der literarischen Qualität (etwa Selbstreflexion, Einsatz allegorischen Sprechens, Intertextualität, ästhetische Experimentierfreude) als auch aufgrund seiner Bezugnahme auf die neuen Machtverhältnisse unter dem Prinzipat des Augustus (vgl. etwa den Konflikt zwischen seiner sehr freizügigen Liebesdichtung und der rigiden augusteischen Ehe- und Sittengesetzgebung, der ihn schließlich die Verbannung einbrachte) und auf die römische Gesellschaft zu jenen Autoren zu zählen ist, bei denen sich eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung besonders lohnt. Der Kommentar zum dritten Buch von Ovids Sammlung von Liebesgedichten (u.d.T. Amores) soll neben einer soliden Edition und dringend notwendigen sprachlich-stilistischen und historischen sowie realienkundlichen Erläuterungen eine Interpretation der 15 Gedichte des dritten Buches bieten und dabei die oben angedeuteten Problemfelder neu akzentuieren. Der Studentischen Hilfskraft fällt dabei die Aufgabe zu, eine exhaustive alphabetische und systematische Bibliographie zu den Amores zu erstellen.

Die antike Cicero-Rezeption

Obwohl der römische Redner  Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) bereits unmittelbar nach seinem Tod zu einem bedeutenden Stilideal wurde und diesen Status bis heute behaupten konnte, gibt es noch keine eingehendere Spezialuntersuchung zu seiner Rezeption und Imitation auf der sprachlich-stilistischen Ebene. Daher soll eine etwas umfangreichere Studie diese Lücke zumindest ansatzweise schließen, indem sowohl die wichtigsten Aussagen über Ciceros Sprache und Stil als auch  exemplarisch Versuche, den ciceronianischen Stil nachzuahmen, untersucht werden sollen. Zentrale Leitfragen sind hierbei, welche Vorstellungen man von Ciceros Stil hatte und inwiefern er nicht nur stilistisches Vorbild gewesen ist, sondern auch die Sprache der jeweiligen Autoren beeinflusst hat. Der Studentischen Hilfskraft fällt dabei die Aufgabe zu, eine bibliographische Übersicht über die Sekundärliteratur und die Quellentexte zu erstellen.

Studienausgabe lateinischer Gedichte von Paul Fleming (1609-1640) – in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Joachim Hamm (Germanistische Mediävistik, Würzburg) und Prof. Dr. Jörg Wesche (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Duisburg-Essen)

Paul Flemings lateinische Gedichte werden von der Forschung meistens ignoriert, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass moderne kommentierte Übersetzungen fehlen. Daher soll in dieser Kooperation zwischen Neuerer deutscher Literaturwissenschaft, Mediävistik und Latinistik eine Auswahlausgabe erarbeitet werden, die neben dem lateinischen Text eine deutsche Übersetzung mit den wichtigsten Erläuterungen bietet. Die Übersetzung der ausgewählten 100 Gedichte ist bereits abgeschlossen.  Die kommentierte Edition wird bei Könighausen und  Neumann erscheinen. Das Projekt wird von der Kieler Philosophischen Fakultät durch die Finanzierung einer WHK unterstützt.

 

Prof. Dr. Michael Elmentaler, Germanistisches Seminar, Niederdeutsche Abteilung

Niederdeutsche Syntax in Schleswig-Holstein

Die Dialekte des Niederdeutschen sind in Hinblick auf ihre syntaktischen Raumstrukturen bislang noch nahezu unerforscht. Das Projekt „Niederdeutsche Syntax in Schleswig-Holstein“ soll hierzu einen exemplarischen Einblick ermöglichen. Hierbei stehen drei Fragestellungen im Zentrum:

  1. Inwieweit sind die arealen Unterschiede zwischen den niederdeutschen Dialekten Schleswig-Holsteins, wie sie für den phonologischen Bereich beschrieben wurden, auch auf der Ebene der Syntax feststellbar?
  2.  Welche Dialektwandelprozesse lassen sich im Vergleich der rezenten Erhebungsbefunde mit älteren Dialektaufnahmen feststellen? Gibt es Tendenzen zu einer syntaktischen "Modernisierung" des Niederdeutschen unter dem Einfluss des Hochdeutschen und einer Nivellierung alter Strukturdifferenzen? Gibt es interne Dialektwandelprozesse, die sich sprachtypologisch erklären lassen?
  3. Gibt es intergenerationelle Unterschiede in der Beurteilung dialektaler Formen?

Als empirische Grundlage für die Bearbeitung dieser Fragestellung werden die Daten aus  der seit September 2012 laufenden landesweiten Fragebogenerhebung „Plattdüütsch hüüt“ zugrunde gelegt. Die Ergebnisse des Pilotprojekts werden zugleich eine Grundlage für die Erarbeitung verbesserter Lehrmaterialien für den Niederdeutschunterricht an Schulen und Universitäten bieten. Seit Beginn der Erhebungen sind bislang etwa 450 ausgefüllte Fragebögen aus allen Landesteilen Schleswig-Holsteins eingeschickt worden. Gegenwärtig läuft die zweite Fragebogenrunde, im Herbst soll die dritte und letzte Erhebung durchgeführt werden.

In den drei Erhebungsrunden werden insgesamt 63 Aufgaben gestellt, mit denen 29 unterschiedliche grammatische Konstruktionen abgetestet werden. In Multiple-choice-Aufgaben, bei denen jeweils 2-4 Antwortoptionen angeboten werden, haben die Probanden die Möglichkeit, entweder eine der vorgegebenen Satzvarianten anzukreuzen oder eine eigene Variante anzugeben. Über diesen Aufgabentyp kann ermittelt werden, welche syntaktischen Konstruktionen heute noch (bzw. schon) akzeptiert oder abgelehnt werden. In Übersetzungsaufgaben wird den Probanden eine kontextualisierte Äußerung in hochdeutscher Sprache geboten, die in den eigenen Dialekt übersetzt werden soll. Mit diesem Aufgabentyp kann überprüft werden, welche syntaktischen Konstruktionen die Probanden noch aktiv verwenden, wenn sie aufgefordert werden, eine Äußerung in ihrem Heimatdialekt auszudrücken. Alle Variablen werden durch mindestens eine Multiple-choice-Aufgabe und mindestens eine Übersetzungsaufgabe abgetestet, so dass stets die Akzeptanz vorgegebener Realisierungs­varianten mit der aktiven Produktion syntaktischer Konstruktionen verglichen werden kann. Die Ergebnisse sollen in Form von kommentierten Sprachkarten dargestellt werden.

 

Prof. Dr. Javier Gomez-Montero, Romanisches Seminar

Affektkulturen der Renaissance zwischen Italien, Spanien und Frankreich

Im Zeichen einer Kadenz theologischer Sehzwänge übernehmen kulturelle Praktiken des Affektiven in der romanischen Renaissance zunehmend neue Funktionen, deren Entwicklungslinien bislang in der Forschung vor allem historisch als Umbau poetischer Topoi und als Umdeutung antiken Emotionswissens behandelt worden sind. Vor dem Hintergrund neuerer kulturanthropologischer und medienhistorischer Diskussionen möchte das auf drei Jahre angelegte Tagungsprojekt eine Genealogie jener affektiven Praktiken und Skripte ausloten, die in ihrer Summe ein diskursives Gefüge literarischer Gefühlsentäußerungen in der romanischen Frühen Neuzeit hervorgebracht haben.

Drei Schwellenmomente sollen hierbei eingehender beleuchtet werden: Eine erste Annäherung widmet sich den europäischen Gründungsmythen des affektiven Selbstverhältnisses, die insbesondere im italienischen Mittelalter angesiedelt sind und sich mit der Konstitution frühneuzeitlicher Subjektivität überhaupt verbinden (Tagung 2014). Wie subjektive Gefühlsessenz in soziale Normensysteme und Ständeethik überführt und zuletzt literarisch ironisiert wird, lässt sich paradigmatisch an der Leitikone des Ritters ablesen, dem gerade im iberischen Kulturkreis eine weitgespannte Rezeption zukommt (Tagung 2015). Zuletzt reflektieren moralisch-ethische Dialoge und kleinere essayistische Formen, welche epistemologischen Ablösungsprozesse sich hinter und in den literarischen Inszenierungen rekonstruieren lassen (Tagung 2016). Angestrebt wird eine Förderung im Rahmen des Vigoni-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Lutz Käppel Institut für Klassische Altertumskunde, Gräzistik

Der Mechanismus von Antikythera: Antike Spitzentechnologie und die Frage ihrer kulturellen Bedeutsamkeit

Der Schiffsfund vor der griechischen Insel Antikythera im Jahre 1901 brachte nicht nur eine Fülle eindrucksvoller Beispiele griechischer Bronzeskulptur zu Tage, sondern auch 82 Fragmente einer geheimnisvollen Apparatur, die sich alsbald als astronomisches Instrument herausstellte. Mithilfe modernster Durchleuchtungsmethoden ist es jedoch erst vor kurzem gelungen, nicht nur das Zahnräderwerk im Innern der Bronzeklumpen sichtbar zu machen, sondern auch die Fülle griechischer Inschriften zu entziffern, mit denen das Gerät beschriftet ist (nature 444/2006; 454/2008). Dabei hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Mechanismus um einen  hochkomplexen kosmischen Kalender ad infinitum handelt. Die geplante Publikation stellt die neue Rekonstruktion vor und versucht, das Gerät, das auf das Ende des 2. Jh. V. Chr. zu datieren sein dürfte, in den Kontext hellenistischer Wissenschaft und Kultur einzuordnen. Die Inschriften auf dem Apparat sowie einschlägige Fachtexte werden dazu mit kulturgeschichtlichen Zeugnissen in Verbindung gebracht, so dass sich  eine ansatzweise interdisziplinäre Würdigung des Objektes über das rein Technische hinaus ergibt.

Dabei werden auch modelltheoretische Ansätze zum Zuge kommen, die den Mechanismus als Modell des Kosmos erweisen sollen, das weniger der Beherrschung und ‚Berechnung‘ des Umlaufs von Sonne, Mond, Planeten und Fixsternen, der Datierung von Sonnen- und Mondfinsternissen etc. dient, sondern das offenbar der Betrachtung und ‚Be-deutung’ diente und vorrangig kontemplativen Charakter hatte.

 

Dr. Michaela Köller, Institut für Psychologie, Psychologie für Pädagogen

Analyse von Selbsterkundungsverfahren zur Studien- und Berufswahl (PASS)

Anlass für das Projekt ist, dass immer mehr Hochschulen (u. a. auch die CAU) angehenden Studierenden vor Aufnahme eines Studiums nahelegen bzw. sie verpflichten webbasierte Selbsterkundungsverfahren, sogenannte Self-Assessments durchzuführen. Studieninteressierte bearbeiten hierbei Tests und Fragebogen zu ihren berufsbezogenen Interessen, ihrer Persönlichkeit und ggf. ihren Fähigkeiten und erhalten im Anschluss eine automatisch generierte Rückmeldung. Die Rückmeldung bei fächerübergreifenden Self-Assessments soll Studieninteressierten die Orientierung hinsichtlich ihrer Berufs- bzw. Studienwahl erleichtern, die Rückmeldung bei fachspezifischen Selbsterkundungsverfahren soll Selbstselektionsprozesse in Gang setzen, indem geeignete Aspirant/innen in ihrer Studienfachwahl bestärkt und ungeeignete abgeschreckt werden. Die Implementierung solcher Verfahren zielt darauf ab, die Passung zwischen den Eingangsvoraussetzungen der Studierenden und den Anforderungen des jeweiligen Studiums zu erhöhen und somit zu vermehrten Studienerfolgen und einer Verringerung von Studienabbrüchen und Studienfachwechseln beizutragen.

Trotz des großen Angebots an Selbsterkundungsverfahren zur Studienwahl und ihrer teils verpflichteten Bearbeitung, steht eine Evaluation der Effekte und ihrer Wirksamkeit weitgehend aus. Diese Forschungslücke soll mit dem Projekt PASS geschlossen werden, indem in einem kontrollierten Experiment die Effekte von studienübergreifenden und studienspezifischen Selbsterkundungsverfahren auf kognitive und motivationale Aspekte der Studienwahl untersucht werden.

Das PASS-Projekt untersucht die Wirkung und Wirksamkeit von Online-Self-Assessments zur Studien- und Berufsorientierung auf potenzielle Studieninteressierte.

Die Projektergebnisse sollen zum einen den wissenschaftlichen Diskurs im Hinblick auf Online-Self-Assessments bereichern. Zum anderen sollen die Daten genutzt werden, um Hochschulen in Deutschland die Möglichkeit zu geben, ihre Studienberatung zu optimieren. Konkret wird an der CAU das Projekt PASS mit dem vom BMBF geförderten Projekt PerLe (Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen) verknüpft, sodass die Projektergebnisse unmittelbar in die Ausgestaltung der Angebote zur Studienberatung einfließen werden. Die Auswahl der zu evaluierenden Self-Assessments orientiert sich daran, (1) welche Verfahren deutschlandweit von den Ministerien bzw. Hochschulen am meisten empfohlen werden (Verbreitungsgrad), (2) inwieweit sie wissenschaftlich fundiert konzipiert wurden (Seriösität) und (3) inwieweit sie im Rahmen schulischer Untersuchungen finanzierbar (Wirtschaftlichkeit) sowie (4) durchführbar sind (Durchführbarkeit).

Die Untersuchung erfolgt an 8 Gymnasien in Schleswig-Holstein in den 11. und 12. Klassen. Die Erhebungen finden in 2013 nach Absprache mit den jeweiligen Schulleitungen in den Schulen statt. Durchgeführt werden sie von geschulten Testleiter/innen der CAU und des IPN, die Studienberatung darüber hinaus durch die PerLe-Mitarbeiterinnen und qualifizierte Studierende.